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  • AutorenbildFederica Suess

Mehr Liebe zwischen Einkauf und Nachhaltigkeit

Aktualisiert: 17. Nov. 2023

Ohne den Einkauf im Boot zu haben, lassen sich Menschenrechte in Lieferketten nicht durchsetzen. Leider sehe ich oft noch eine starke Trennung zwischen der Nachhaltigkeits- und Einkaufsabteilung. Der Einkauf kümmert sich um Preis, Mengen, Verträge und die Nachhaltigkeitsverantwortlichen arbeiten mit den Lieferanten an der Erreichung von Umwelt- und Sozialstandards.


Bei einigen Unternehmen reden die zwei Abteilungen nur miteinander, wenn es Probleme gibt, z.B. wenn die Lieferanten den Verhaltenskodex nicht unterschreiben wollen oder wenn ein sehr schlechtes Auditresultat vorliegt. Vielleicht ist das bei dir ähnlich.


Diese Konstellation, dass der Einkauf nur “Einkaufsthemen” angeht und Nachhaltigkeitspersonen nur Nachhaltigkeitsthemen ist nicht effizient und auch nicht effektiv. Es ist nicht effizient, weil Lieferanten mehrere Ansprechpartner haben für unterschiedliche Themen. Es ist nicht effektiv, weil Lieferanten das Gefühl vermittelt wird, dass Nachhaltigkeit ein “nice to have” ist, sonst würden das doch die Einkäufer*innen, die die Bestellung auslösen ansprechen.


Wie schaffen wir es also, dass Einkauf und Nachhaltigkeit sich näher kommen? Oder besser gesagt: Wie schaffen wir es, dass Einkäufer*innen mehr Verantwortung für das Thema Menschenrechte übernehmen, sodass Nachhaltigkeitsthemen in den Einkaufsprozess integriert werden können? Wie schaffen wir es, dass Einkauf und Nachhaltigkeit ein echtes Team sind mit gemeinsamer Vision?


Unten teile ich 3 Impulse, wie das gelingen kann. Diese Impulse stammen aus meinen vielen Workshops mit Einkaufsteams. Mit diesen Impulsen hoffe ich Einkaufsteams und Nachhaltigkeitsmanager*innen dabei zu unterstützen, an einem Strang zu ziehen, damit Verbesserungen bei Arbeitsstandards erzielt werden können.



1. Wissensaufbau beim Einkauf


“Was sollen wir denn noch alles machen!” “Wir haben nicht genügend Ressourcen, um das Thema anzugehen” “Wir können doch nicht unseren Lieferanten einfach unsere Standards auferlegen!”


Nachhaltigkeitsmanager*innen und Einkäufer*innen bewegen sich in unterschiedlichen Welten/Bubbles. Das ist verständlich, denn sie beschäftigen sich mit ganz unterschiedlichen Themen. Für Nachhaltigkeitsmanager*innen ist es ganz klar, dass dem Lieferanten keine deutschen Arbeitsstandards auferlegt werden. Sie beschäftigen sich ja auch täglich mit diesen komplexen Lieferkettenthemen. Für Einkäufer*innen sind diese Themen erstmal Neuland. Somit ist der erste wichtige Schritt diese Wissenslücke zwischen Einkauf und Nachhaltigkeit zu schließen. Nur dann kann der Einkauf auch auf Augenhöhe mitdiskutieren und fühlt sich "mitgenommen".



2. Regelmäßige Gespräche zwischen Nachhaltigkeit & Einkauf


Einkauf und Nachhaltigkeit müssen sich annähern. Sie müssen sich besser kennenlernen. Warum besteht ggf. eine Skepsis gegenüber Nachhaltigkeitsthemen? Welche Anforderungen gibt es von der Kundenseite? Wie sieht es wirklich vor Ort aus? Wie gelingt die Umsetzung von Arbeitsstandards in der Lieferkette effektiv und effizient? Wie können Einkauf und Nachhaltigkeit Kompromisse finden?


Wie in einer guten Beziehung ist eine regelmäßige, ehrliche Kommunikation essenziell.



3. Grundsatzentscheidungen


Es gibt einige vielleicht unangenehme Fragestellungen, die zusammen mit der Geschäftsführung und der Einkaufsleitung geklärt werden müssen.


Dazu gehören Fragen wie z.B.:

“Wie wichtig sind unserem Unternehmen Arbeitsstandards?”

“Möchten wir “nur” compliant sein oder möchten wir strategisch an das Thema rangehen?”

“Wie viel möchten wir investieren, damit sich die Arbeitsstandards verbessern?”

“Wie können formelle Rahmenbedingungen, z.B. Anpassung der Stellenbeschreibungen im Einkauf, KPIs geschaffen werden, damit Arbeitsstandards durchgesetzt werden können?”

“Welche Art von Partnerschaft streben wir mit unseren Lieferanten an?”


Diese grundsätzlichen Fragen bilden den Rahmen, in welchem Nachhaltigkeit und Einkauf sich bewegen. Dieser muss gesteckt sein, damit alle wissen, was überhaupt möglich und gewollt ist.


Haben dir diese Punkte geholfen? Welche weiteren Punkte würdest du hinzufügen, die Einkäufer*innen und Nachhaltigkeitsmanager*innen näher zusammenbringen? Schreib es mir gerne in die Kommentare.


Wenn du dich mit uns austauschen möchtest, wie Einkauf und Nachhaltigkeit zu einem besseren Team werden können, schreib mir gerne eine E-Mail unter federicasuess@etika.io.



Photo by Tyler Nix on Unsplash

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