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  • Federica Suess

3 Tipps, wie Sie mit dem Thema Menschenrechte starten können

Momentan wird viel zum Thema Menschenrechte und die Rolle von Unternehmen gesprochen. Neue Gesetzgebungen sind in der Pipeline, sowohl in Deutschland als auch auf EU-Ebene. Kunden erwarten schon seit langer Zeit Nachweise, meistens in der Form von Sozialaudits, dass Menschenrechte nicht verletzt werden.


Aber das Thema ist auch sehr abstrakt und nicht einfach umzusetzen. Es wird viel über Menschenrechte gesprochen, ohne richtig zu definieren, was Menschenrechte überhaupt sind. Es wird von Sorgfaltspflichten und Risikoanalysen gesprochen, aber richtige Anleitungen und Tools werden oft nicht bereitgestellt.


Vor allem Lieferanten, die an Kunden liefern, die viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit haben und denen damit auch das Thema Menschenrechte wichtig ist, haben es oft schwer, die Anforderungen dieser Kunden umzusetzen. Mit diesem Artikel möchten wir gerne 3 Tipps geben, wie Lieferanten mit dem Thema starten können.


Was sind Menschenrechte?

Zuerst sollten wir uns im Klaren sein, was Menschenrechte sind. Diese Klarheit hilft auch bei der Kommunikation mit dem Kunden. Als Basis dazu können wir die “Allgemeine Erklärung der Menschenrechte” heranziehen. In dieser Erklärung von 1948 steht drin, dass Menschenrechte Rechte sind, die jedem Menschen aufgrund seines Menschseins zustehen. Sie schützen die Würde eines jeden Menschen und stehen allen Menschen gleichermaßen zu.


Ein paar Beispiele, die in der Erklärung genannt werden, sind:


  • Recht auf ein würdevolles Leben (Artikel 1)

  • Recht nicht in Sklaverei zu leben (Artikel 4)

  • Recht nicht diskriminiert zu werden (Artikel 2)

  • Recht sich friedlich versammeln zu dürfen (Artikel 20)

  • Recht auf Bildung (Artikel 26)


Die Quintessenz der Menschenrechtserklärung ist, dass jeder Mensch gleich an Würde und Rechten geboren ist (Artikel 1). Diese Würde gilt es zu schützen.


Leider ist es so, dass wir in internationalen, komplexen und verstrickten Lieferketten beobachten, dass Menschenrechte nicht immer geschützt sind. Gerade am Anfang der Wertschöpfungskette (auf dem Feld, in der Mine, auf Plantagen) haben wir teilweise gesundheitsschädigende, unwürdige Arbeitsbedingungen, die damit Menschenrechte verletzen.


In erster Linie hat das mit einem Staatsversagen zu tun. Aber Unternehmen haben auch eine Verantwortung Ihren Beitrag zu leisten und Ihren Einfluss zu nutzen.


Aber wie geht das konkret? Hier teilen wir unsere 3 Tipps, wie Sie mit dem Thema starten können. Wissentlich, dass Veränderungen nicht von heute auf morgen passieren und es sich hierbei nicht um eine “Checkliste” sondern mehr um eine “Menschenrechtsreise” handelt:


Tipp 1: Identifizieren Sie, wo in Ihrer Lieferkette Menschenrechte verletzt werden.

Dazu gibt es Tools, wie z.B. den CSR-Risk-Check, wo Sie erste Informationen sammeln können. Ganz viel Wissen liegt aber bereits bei Ihnen und Ihren Mitarbeitenden. Organisieren Sie einen ersten Workshop, wo Sie die Erfahrungen, die Sie in den Ursprungsländern gesammelt haben, teilen und diskutieren. Legen Sie die Menschenrechte gegenüber und identifizieren Sie, welche Menschenrechte womöglich in Ihren Lieferketten verletzt werden.


Tipp 2: Überlegen Sie, ob Sie direkt etwas tun oder unterlassen können, um Menschenrechtsverstöße zu stoppen.

Wenn Menschenrechte bei Ihnen oder Ihren direkten Vertragspartnern verletzt werden, haben Sie einen großen Hebel, hier mitzuwirken, dass der Verstoß gestoppt wird. Sie können direkt mit Lieferanten in Kontakt treten und an Lösungen mitarbeiten. Genauso können Sie Ihre Einkaufsprozesse so gestalten, dass sie Menschenrechtsverstöße nicht tolerieren. Manchmal sind die Verstöße jedoch sehr weit weg von Ihnen und dort brauchen Sie einen anderen Ansatz. Hier können Sie in Brancheninitiativen, wie z.B. die Responsible Mineral Initiative (für Mineralien) eintreten oder sich mit einem Standardgeber, wie z.B. Fairtrade zusammentun, um Kräfte zu bündeln und Wirkung zu erzielen.


Tipp 3: Bauen Sie Wissen auf, um Wirkung zu entfalten.

Ich glaube, dieses Tool wird manchmal unterschätzt. In der Tat hat es eine große Wirkung, wenn die Mitarbeitenden in Ihrem Unternehmen wissen, was Menschenrechte sind und auf was Sie achten müssen. Ganz oft geht es nämlich beim Thema Menschenrechte um “zuhören”, “hinschauen” und “Signale ernst nehmen”. Doch dazu braucht man eine gewisse Sensibilisierung und auch praktisches Wissen, das erlernt werden kann. Wenn Ihnen z.B. bei einem Lieferantenbesuch auffällt, dass Menschen eingeschüchtert sind bei der Arbeit, dann können Sie das Thema ansprechen. Wenn Sie im eigenen Unternehmen merken, dass gewisse Gruppen diskriminiert werden, dann können Sie die Situation verbessern. Deswegen hier unser Tipp, eignen Sie sich das Wissen über Menschenrechte an, damit dieses Wissen auch in die Lieferkette getragen werden kann.


Ich hoffe, dass die 3 Tipps hilfreich waren. Natürlich hört die Arbeit nach den 3 Tipps/ Schritten nicht auf. Aber die Schritte ermöglichen einen ersten Start in das Thema. Weitere Inhalte gibt es in unseren wöchentlichen Live-Webinaren bei CSR Weekly.


Welche Tipps können ergänzt werden? Welche Schwierigkeiten gibt es bei der Umsetzung des Themas Menschenrechte?

Schreiben Sie mir gerne Ihre Kommentare.


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